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Hauptvorträge - Prof. Dr. Heinz-Helmut Lüger



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Wir freuen uns darüber, dass wir als Hauptvortragende für die 1. Saarbrücker Fremdsprachentagung zwei bedeutende Vertreter der Anglistik bzw. der Romanistik haben gewinnen können:
spricht zum Thema 
                                    "Höflichkeit kommunizieren"

und 

Frau Prof. Dr. Veronica Smith
spricht zum Thema 
"Challenges in Tertiary Language Learning"


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Prof. Heinz-Helmut Lüger


Heinz-Helmut Lüger legte sein Erstes Staatsexamen für das Lehramt im Jahre 1974 in den Fächern Französisch, Sport und Deutsch ab und promovierte im Jahre 1977 in Romanistik. In den Folgejahren war er als Gymnasiallehrer, DAAD-Lektor in Clermont-Ferrand, als Freier Mitarbeiter beim Deutschen Institut für Fernstudien und schließlich als Wissenschaftlicher Angestellter am Sprachlehrinstitut der Universität Konstanz tätig.

Nach seiner Habilitation an der Universität Konstanz im Jahre 1997 lehrte er von 1998 bis 2011 als Universitätsprofessor für die Linguistik und die Didaktik des Französischen an der Universität Koblenz-Landau, wo er auch Leiter des Instituts für fremdsprachliche Philologien (Romanistik) war.

Herr Professor Lüger ist Mitherausgeber der Beiträge zur fremdsprachenvermittlung (bzf) und der Landauer Schriften zur Kommunikations- und Kulturwissenschaft (LSKK)Seit 2008 ist er Mitbegründer und Vorsitzender der Michel-Bréal-Gesellschaft.

Herrn Professor Lügers Arbeitsgebiete liegen im Rahmen der Sprachwissenschaft in den Bereichen Phraseologie, Textlinguistik und Gesprächsanalyse. Im Rahmen der Landeswissenschaft beschäftigt er sich besonders mit der Frankreichforschung,´und interkultureller Landeskunde. Diese Gebiete werden durch seine Forschungen zur Fremdsprachendidaktik komplementiert.

Unter seinen zahlreichen Publikationen seien an dieser Stelle sein Werk Frankreich verstehen (zusammen mit Ernst Ulrich Große) und seine Monographie Pressesprache hervorgehoben.

Prof. Dr. Veronica Smith, M.A.

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Frau Prof. Dr. Veronica Smith studierte Germanistik und Latein an der Universität London. Nach der Lehramtsausbildung, ebenfalls an der Universität London, wurde sie Lektorin an der Pädagogischen Hochschule Bielefeld. In weiterer Folge schloss sie das Master-Studium der Angewandten Linguistik an der Universität Essex (Colchester) ab und setzte ihre Karriere an der Gesamthochschule Duisburg als Lektorin fort. Später wurde sie Assistentin an der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt, promovierte 1992 bei Professor Heiner Pürschel in Duisburg und erhielt den Auftrag, ein Curriculum für Englisch als Wirtschaftssprache in einem neueingerichteten Diplomstudiengang der Angewandten Betriebswirtschaftslehre an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zu entwickeln. Sie leitet seitdem die Lehrgänge für Wirtschafts- und Informatik. Nach der Habilitation wurde sie zur Außerordentlichen Professorin am Institut für Anglistik und Amerikanistik an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt ernannt.
Ihre Forschungsinteressen liegen im Fremdsprachenerwerb, in den Translation Studies und in der Diskursanalyse. Sie bereitet zur Zeit eine Monographie über Diskurse und ihre Beziehungen zu visuellen Elementen in Politik, Werbung und Journalismus vor.
Von ihren Publikationen seien hier insbesondere das zusammen mit Christine Klein-Braley verfasste Werk In Other Words und ihre aktuelle Monographie Tertiary Language Learning erwähnt.

2. Hauptvortrag Prof. Dr. Veronica Smith (Klagenfurt, Österreich)




Challenges in Tertiary Language Learning

Foreign language learning (FLL) has changed markedly since it moved to the frontline of scientific interest after the Sputnik shock of the 60s. During the intervening years, we have seen attempts to systematise the learning process by establishing hierarchies of difficulty of language, both in terms of linguistic complexity and learnability. There have been other points of access to solve the conundrum of how language learning works: the focus on the learners, for example, seeking to establish the role of affect, motivation, learning styles, learning strategies and individual differences. The third factor in the equation is the role of the teacher and the question of appropriate methodologies for instructed learning.

Despite the plethora of interesting research results in all of these areas, the language learner in tertiary education, the cognitively sophisticated, linguistically-advanced and results-driven learner, who has already studied the FL extensively at school, has been largely ignored. Learners in this category are language majors or specific purpose language learners in the C1 to C2 bands of the Common European Framework of Reference (CEFR). In the past, this group of learners would have been sent abroad to polish up their language skills, but this is not always possible and, moreover, there is evidence that this kind of immersion is not always successful in terms of language gain.

The CEFR, while clarifying levels of proficiency, is a somewhat ambiguous tool to operate with. Though it calls for democratisation and learner autonomy (cf. Little 2011), its aims have been somewhat subverted by international testing boards, which anchor their tests to the CEFR levels. The power of such testing boards is a doubled-edged weapon: students benefit as their qualifications are internationally recognised, but there may be a washback effect on test preparation, which may counter the aims of the autonomous classroom

My lecture will attempt a synthesis of more recent themes in FLL, highlighting contradictions and limitations of some of the proposals and suggesting Scenario-based Language Learning (cf. Smith 2010) for teaching at tertiary level.


References
Little, D. 2011. The Common European Framework of Reference for Languages: A research agenda. Language Teaching, 44.3, 381-393.
Smith, V. 2010. Tertiary Language Learning. Changing Perspectives and Practical Responses. Tübingen: Narr.



1. Hauptvortrag Prof. Dr. Heinz-Helmut Lüger (Koblenz-Landau)

Höflichkeit kommunizieren

Der Ausdruck sprachlicher Höflichkeit ist nicht allein eine Frage allgemeiner Konventionen, sondern kann in starkem Maße abhängen von ethnischen, sozialen, rollen-, geschlechts- oder auch zeitspezifischen Faktoren. Darüber hinaus ist Höflichkeit ein unverzichtbarer und elementarer Bestandteil alltäglicher Kommunikation. Beziehungspflege, die Art und Weise, wie Sprecher sich wechselseitig ihre Wertschätzung zu erkennen geben, wie Partner-Konstellationen signalisiert oder ausgehandelt werden, all das gehört zu den Formen normalen kommunikativen Umgangs, und zwar unabhängig davon, inwieweit dies den Beteiligten bewußt ist.

Ohne Beziehungspflege, ohne Regelung des Miteinander ist Kommunizieren generell kaum vorstellbar; jeder Austausch, ob schriftlich oder mündlich, etabliert gleichzeitig eine bestimmte Form der Partner-Konstellation, bestätigt oder verändert diese und sorgt damit für eine gemeinsame Verständigungsgrundlage. Das hierfür nötige Zusammenspiel zwischen den Beteiligten und deren gemeinschaftliche Leistung kommt in mündlicher Kommunikation meist deutlicher zum Ausdruck als in schriftlicher, der interaktive Charakter wird in dialogischer Wechselrede eher manifest als in schriftkonstituierten Texten.

Diese – keineswegs neue – Beobachtung hat in den letzten Jahrzehnten auch die linguistische Pragmatik zunehmend beschäftigt und zu zahlreichen Detailstudien geführt (vgl. Lüger 2002, Ehrhardt / Neuland 2009). Als ein wichtiger Orientierungs-Begriff fungiert dabei nach wie vor das „face-saving“-Konzept von Brown / Levinson (1987) – trotz gelegentlich vorgebrachter Kritik (vgl. Watts 2003: 98ff.). Höflichkeit stellt sich aus dieser Perspektive im Kern dar als wechselseitige Respektbezeugung, und zwar mit den Optionen Ausdruck von Wertschätzung einerseits und Zeigen von Freiraumgewährung andererseits. Auch ohne den Universalitäts-Anspruch hier übernehmen zu wollen, dürfte das Modell durchaus eine Reihe von Ansatzpunkten bieten, um die Analyse verbaler Höflichkeit voranzubringen.

Das Anliegen des Vortrags besteht weniger darin, neue höflichkeitstheoretische Postulate zu entwerfen. Es geht vielmehr um eine Beschreibung konkreter sprachlicher Höflichkeitsformen, wobei sich mindestens drei Analyse-Ebenen unterscheiden lassen: die Formulierungsweise von Äußerungen, die Wahl sprachlicher Handlungen, die Verknüpfung sprachlicher Handlungen zu Sequenzen bzw. Texten. Schließlich soll versucht werden, anhand deutscher und französischer Beispiele sprach- und kulturspezifische Aspekte verbaler Höflichkeit aufzuzeigen.


Literatur
Brown, P. / Levinson, St.C. (1987): Politeness. Some universals in language usage. Cambridge.
Ehrhardt, C. / Neuland, E. (Hrsg.) (2009): Sprachliche Höflichkeit in interkultureller Kommunikation und im DaF-Unterricht. Frankfurt/M.
Lüger, H.H. (Hrsg.) (22002): Höflichkeitsstile. Frankfurt/M.
Watts, R.J. (2003): Politeness. Cambridge.